Eine Kernbohrung ist ein Bohrverfahren, bei dem ein ringförmiges Werkzeug — die Diamantbohrkrone — einen zylindrischen Kern aus dem Material herausschneidet. Im Gegensatz zum Bohrhammer, der das Material zertrümmert, arbeitet das Kernbohrgerät schneidend und erzeugt saubere, maßgenaue Löcher in Beton, Stahlbeton, Mauerwerk und Naturstein.
Aufbau eines Kernbohrgeräts
Ein typisches Kernbohrgerät besteht aus vier Hauptkomponenten:
- Bohrmotor: Elektromotor mit 1500–4500 Watt, je nach Leistungsklasse. Der Motor treibt die Bohrkrone über eine Spindel an.
- Diamantbohrkrone: Hohlzylindrisches Werkzeug mit Diamantsegmenten an der Schneide. Verfügbar in Durchmessern von 20mm bis über 500mm.
- Bohrständer: Führungsschiene mit Vorschubmechanismus, die den Motor stabil und gerade hält. Professionelle Modelle bieten Neigungseinstellungen.
- Wasserversorgung: Die meisten Kernbohrungen erfolgen als Nassbohrung — Wasser kühlt die Bohrkrone und spült den Bohrschlamm aus.
Nassbohrung vs. Trockenbohrung
Beim Kernbohren unterscheidet man zwei Verfahren:
Nassbohrung (Standard): Wasser wird direkt an die Bohrkrone geleitet. Vorteile: weniger Staub, längere Lebensdauer der Bohrkrone, schnellerer Bohrfortschritt, saubere Schnittkanten. Nachteil: Wasserversorgung und -entsorgung nötig.
Trockenbohrung: Ohne Wasser, mit speziellen Trocken-Diamantbohrkronen. Vorteile: kein Wasser nötig, weniger Aufwand. Nachteil: mehr Staub, kürzere Lebensdauer der Bohrkrone, langsamer, nur für kleinere Durchmesser geeignet (bis ca. 82mm).
Wann braucht man ein Kernbohrgerät?
Ein Kernbohrgerät ist dem Bohrhammer überlegen, wenn Sie:
- Saubere, runde Löcher mit glatten Kanten benötigen
- Durchmesser über 82mm bohren (Grenze für SDS-Max-Bohrkronen)
- Durch stark bewehrten Stahlbeton bohren müssen
- Erschütterungsarm arbeiten müssen (Altbausanierung, empfindliche Umgebung)
- Präzise, maßgenaue Bohrungen brauchen (HLK, Sanitär)
Typische Anwendungsgebiete
Kernbohrgeräte werden überall dort eingesetzt, wo präzise Öffnungen in Beton oder Mauerwerk nötig sind: Kabeldurchführungen für Elektroinstallationen, Lüftungsrohre und Klimaanlagen, Sanitärleitungen, Entwässerungsrohre in Fundamenten, Durchbrüche für Kaminöfen und vieles mehr.
Was kostet ein Kernbohrgerät?
Einsteigergeräte (Handgeräte ohne Ständer) beginnen bei etwa 400 Euro. Professionelle Komplettsysteme mit Ständer liegen zwischen 650 und 1500 Euro. Premium-Marken wie Hilti können 3000 Euro und mehr kosten. Unser Tipp: Das STAKO Handgerät 2100W bietet den günstigsten Einstieg in die Kernbohrtechnik.
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Fazit
Ein Kernbohrgerät ist die professionelle Lösung für saubere, präzise Bohrungen in Beton. Wer regelmäßig Durchbrüche erstellt, kommt an einem Kernbohrgerät nicht vorbei. Für den gelegentlichen Einsatz lohnt sich ein günstiges Handgerät — für den Profi-Alltag empfehlen wir ein Ständer-System.